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Die Wahrheiten zu BtL
 

Um die dezentral produzierten Kraftstoffe der ersten Generation vor weiterer politischen Willkür zu schützen, sind Bundestagsabgeordnete, wie auch Mobil ohne Fossil e.V. und der Bundesverband Pflanzenöle e.V. stets darum bemüht, die Wahrheiten zu erfahren!

So Antwortet der Deutsche Bundestag zu Anfragen zur Kohleverflüssigung und zur Errichtung von BtL-Anlagen:

    Kohleverflüssigung (kleine Anfrage): PDF

    Errichtung von BtL-Anlagen in Deutschland (kleine Anfrage): PDF

Im Rahmen unserer Verfassungsbeschwerde native Pflanzenöle haben wir in diesem Zusammenhang folgende eMail an unsere Rechtsvertretung Becker Büttner Held  (www.beckerbuettnerheld.de) geschrieben:

Sehr geehrter Herr Longo,

nach nochmaliger Durchsicht der "Kleinen Anfragen" zu den BtL-Anlagen bestätigen sich folgende Kernaussagen:

    "Die Kohleverflüssigung und -vergasung wurden in Deutschland aufgrund der nicht gegebenen Wirtschaftlichkeit aufgegeben."
    Die Bundesregierung tappt vollständig im Dunkeln, was die zukünftige Energieversorgung durch die Kohle-, bzw. auch Biomasseverflüssigung anbelangt. Eine vermeintliche Versorgungssicherheit durch eine unreife technische Entwicklung wird hier heraufbeschworen!
    "Der Bundesregierung sind zum Stand Februar 2007 keine in Betrieb befindlichen BtL-Anlagen in Deutschland bekannt"
    "Ohne ausgeführte Verfahrenskette im industriellen relevanten Maßstab ist die verlässliche Bestimmung von Ökobilanzen nicht möglich."
    "Konkrete Standortplanungen für industrielle BtL-Anlagen wurden an die Bundesregierung bislang nicht herangetragen."
    "Da der Bundesregierung keine konkreten Planungen für industrielle BtL-Anlagen bekannt sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt der Einfluss einer zukünftig möglichen inländischen BtL-Produktion auf die landwirtschaftliche Produktion nicht bewertet werden."

Damit zeigt sich, dass die Erdrosselung der ersten Generation vor Marktfähigkeit der zweiten Generation erfolgt!

CtL ist dabei ein Klimakiller - BtL ein Alibi-Kraftstoff wie Wasserstoff.

Diese politische Willkür ist auch Grundlage unserer Verfassungsbeschwerde!

Mit sonnigen Grüßen
Marcus Reichenberg

 
 

Mobil ohne Fossil e.V. versucht mit gezielten Anfragen die Wahrheiten über BtL zu erfahren. So wurde auch eine offene Anfrage an die Bundesfraktion der SPD, hier Herrn MdB Scheer gestellt.

Sehr geehrter Herr MdB Scheer,

die CARS 21 Gruppe hat mit der EU-Strategie für Biokraftstoffe (08.02.2006) die biogenen Treibstoffe in drei Generationen geclustert! Damit haben Lobbyisten wie Herr Wilhelm Bonse-Geuking (Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen BP AG), Herr Lewis Booth (Chef von Ford Europa) sowie Herr Bernd Pischetzsrieder (ehem. VW-Vorsitzender) deutliche Zeichen gesetzt.

Die Kraftstoffe der sogenannten "ersten Generation" werden seitdem als die schlechtere Kraftstoffoption von den Bundesbehörden geführt. Frau Dr. Barbara Hendricks spricht sogar von "technisch minderwertigen und unter Umweltaspekten zweifelhaften Produkten"!

Unabhängig von diesen Aussagen liegt in unserem Interesse zu erfahren, wann die zweite Generation in der Lage ist, die fossilen Rohstoffe im Kraftstoffmarkt deutlich zu substituieren. Unsere Bedenken sind, dass BTL eine Alibi-Kraftstoff wie Wasserstoff ist. Im Jahre 1999 versprachen schon BMW und Mercedes-Benz, dass der Wasserstoffantrieb bis spätestens 2005 in Serie gehen würde. Passiert ist bis heute nichts - es war eine reine Hinhaltetaktik!

Das BMELV, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) fördert, soweit wir wissen, bevorzugt die Erforschung und Entwicklung der zweiten Generation. Wie ausgewogen und evtl. wie hoch sind die Gesamtfördermaßnahmen zur Weiterentwicklung und Erforschung der ersten bzw. zweiten Generation?

Auch hoffen wir, dass die Forschungsgelder für BTL nicht für XTL verwendet werden. Die Weiterentwicklung der Kohle- und Gasverflüssigung (CTL/GTL) in China und anderen Ländern wird hoffentlich nicht auf Kosten der biogenen Kraftstoffe der ersten Generation ausgetragen.

Somit bitten wir die Bundesfraktion der SPD, folgende Fragen zu beantworten:

    Wann ist davon auszugehen, dass die Kraftstoffe der zweiten Generation marktfähig sein werden?
    Ist der Bundesregierung die Öko- und Energiebilanz von BTL bekannt?
    Sind die beiden Bilanzen nachweislich besser als die Gesamtbilanz der Kraftstoffe der ersten Generation?
    Woher soll die Biomasse für die Produktion von BTL kommen, vor allem wie hoch ist der Düngereinsatz durch die Gesamtpflanzennutzung?
    Wird die Produktion von BTL im Zusammenhang mit der Grünen Gentechnik gesehen (Steigerung der Biomasseerträge pro Hektar)?
    Wie hoch ist die Förderung zur Erforschung und Entwicklung von BTL im Jahr 2007 und voraussichtlich in den Jahren 2008, 2009 und 2010?
    Steht die Erdrosselung der Kraftstoffe der ersten Generation (Einwege-Strategie/Beimischung) durch das Energiesteuer- und Biokraftstoffquotengesetz im Zusammenhang mit der Bevorzugung der zweiten Generation?
    Kann die Bundesregierung ausschließen, dass die Förderung der biogenen Kraftstoffe nicht mißbraucht wird zur Weiterentwicklung von GTL und CTL (XTL)?
    Sind bereits Produktionsanlagen von BTL in Betrieb? Wenn ja, arbeiten diese wirtschaftlich?
    Welche Gesamtkapazitäten von BTL sind bis zum Jahre 2012, 2015, 2020, 2030 und bis zum Jahre 2050 abzusehen?


Wir bitten darum, uns diese Fragen zeitnah zu beantworten. Wir benötigen die Antworten bis spätestens 15. Juli 2007!

Vielen Dank an die Bundesfraktion der SPD!
Mit sonnigen Grüßen
Marcus Reichenberg

 
Biomass-to-Liquid (BTL)
 

Von der Presse, als auch von Energie- und Automobilkonzernen, wird immer öfter der Begriff Biomass-to-Liquid (BtL) verwendet und auf die Chancen dieses Kraftstoffes der 2. Generation für die Zukunft verwiesen.

Das BtL-Verfahren als solches ist eine Weiterentwicklung der Kohleverflüssigung, die schon seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts Anwendung findet. Bei BtL handelt es sich um synthetische Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden. Dieser Prozess benötigt sowohl externe Energie, als auch Wasserstoff, der nicht aus dem Herstellungsprozess selbst verfügbar ist. Sowohl die Energie, als auch der Wasserstoff müssten regenerativ erzeugt werden, sonst sind diese Kraftstoffe keine Alternative, die als nachhaltig, regenerativ bezeichnet werden kann! In den Versuchsanlagen wird sowohl ein Großteil der Energie als auch des Wasserstoffes durch die Verwendung der Biomasse erzeugt, so dass nur geringe externe Energie zugeführt werden muss. Allerdings liegt der Wirkungsgrad bei ca. 45%.

Ist die externe Energie nachhaltig erzeugt, hat der BtL-Kraftstoff eine nahezu ausgeglichene CO2-Bilanz.

Mobil ohne Fossil steht der Zukunft der synthetischen Kraftstoffe trotzdem skeptisch gegenüber. Noch steckt das Verfahren in der Retorte, Reinkraftstoffe werden wahrscheinlich erst ab dem Jahre 2020 in größeren Mengen zur Verfügung stehen. Solange wollen und können wir aus Klimaschutzgründen nicht warten!

Die Automobil- und Mineralölindustrie setzt aus verschiedenen Gründen auf die Synthese. Sie können damit ihre Premiumprodukte Benzin und Diesel "veredeln", um damit ihre biognen Beimischquoten zu erfüllen. Des Weiteren kann die Synthese nicht nur mit dem Ausgangsprodukt Biomasse betrieben werden. Die BtL-Anlagen können auch mit fossilen Rohstoffen beschickt werden. Insbesondere Kohle, die als Kraftstoff keine Verwendung findet, ist somit für die Mineralölindustrie ein ergiebiges Produkt mit hoher Wertschöpfung.

Die syntethische Kraftstoffe können nur im zentralen, industriellen Prozess erzeugt werden, zum Vorteil der Mineralölindustrie. Auch die Automobilindustrie setzt auf die Designerkraftstoffe, da die herkömmliche Motorverbrennungstechnik weiter eingesetzt werden kann. Zukünftig kann durch Synthese ein Kraftstoff entwickelt werden, welcher die Vorteile von Benzin und Diesel in sich vereint. Ziel ist eine neue Motorgeneration, die den synthetischen Kraftstoff optimal verbrennt. Das sogenannte Combinet-Combustion-System (Kombiniertes Verbrennungssystem) wird zur Zeit von VW entwickelt.

Daher kann man auch das Interesse der Automobil- und Mineralölkonzerne (z.B. Daimler-Chrysler AG, Volkswagen AG, Shell Deutschland Oil GmbH) an diesen Biokraftstoffen und deren Forcierung verstehen. Aber wie alle Kraftstoffe der 2. Generation ist dies, trotz Versuchsanlage, noch Zukunftsmusik.

Anstatt aus 6 kg Holzatro, (absolut trocken) 1 kg BtL-Ktraftstoffe unter hohem Energieaufwand herzustellen, ist es unserer Meinung nach sinnvoller, durch diese 6 kg Holzatro ohne weiteren Aufwand 2,52 kg Heizöl einzusparen. Werden nun landwirtschaftliche Erzeugnisse verkohlt, kommt man nur auf die hohen Kraftstoffausbeute pro ha, ca. 4000 l, wenn man gänzlich die Biomasse abfährt.Die Humusneubildung des Bodens durch auf dem Feld verbliebenen Aufwuchs oder Rückführung in Form von Mist, Gülle oder „Biogasanlagengülle“ wird babei vernachlässigt, so dass die fruchtbare Bodenschicht langsam, aber stetig, abnimmt.



 
2. Internationaler BtL-Kongress der FNR e.V.
 
Die Fachagentur Nachwachsender Rohstoffe e.V. hat am 12. und 13. Oktober den 2. Internationalen BtL-Kongress abgehalten und die unten folgenden Redebeiträge unter http://www.fnr.de/btl-congress/ veröffentlicht.

Beiträge
Scripts
 

12. Oktober - October, 12th

BeitragRedner
Begrüßung und Einführung [Download]
Greeting and Introduction
Dr.-Ing. Andreas Schütte, FNR
SESSION 1
Bereitstellung von Biomasse
Provision of Biomass
Moderation/Chairman: Prof. Dr. Kuhlmann, Uni Gießen
Biomassen für zukünftige BtL-Prozesse: Anforderungen und Charakterisierung [Download]
Biomass for Future BtL-Processes: Requirements and Characterisation
Dr.-Ing. Stefan Vodegel,
CUTEC Institut GmbH
Energiepflanzenanbau für BtL-Prozesse [Download]
Cultivation of Energy Plants for BtL-Processes
Dr. Armin Vetter,
Thüringische Landesanstalt für Landwirtschaft
Mobilisierung und Logistik von Biorohstoffen [Download]
Mobilisation and Logistics of Biological Raw Materials
Franziska Müller-Langer ,
Institut für Energetik und Umwelt
Internationaler Handel mit Biomasse - Perspektiven und WTO-Randbedingungen [Download]
International Trade with Biomass - Perspectives and WTO Conditions
Prof. Jürgen Zeddies,
Universität Hohenheim
Nachhaltige Bereitstellung von Biomasse aus globaler wie regionaler Sicht [Download]
Environmental Sustainability in Biomass Supply - Global to Local Issues
Mark Radka,
Chief Energy Branch,
UNEP DTIE
SESSION 2
BtL-Prozesse

BtL Processes
Moderation/Chairman: Prof. Kather, TU Hamburg-Harburg
Ökologische Gesamteinschätzung von BtL-Kraftstoffen [Download]
Ecological Overview on BtL-Processes
Dr. Guido Reinhardt,
ifeu-Institut
SunDiesel von Choren: Der Weg zur industriellen Produktion [Download]
SunDiesel from Choren: The Way to Industrial Production
Tom Blades,
Choren Industries GmbH
HTW-Vergasungstechnologie für BtL-Kraftstoffe [Download]
HTW Gasification Technology for BtL-Fuels
Prof. Dr. Bernd Meyer,
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Stand des BIOLIQ-Verfahrens [Download]
Status of the BIOLIQ Process
Prof. Dr. Eckard Dinjus,
Forschungszentrum Karlsruhe
SESSION 3
Synthesekraftstoffe in modernen Verbrennungsmotoren

Synthetic Fuels in Modern Combustion Engines
Moderation/Chairman: Dr. Pierre Rouveirolles, Renault
Synthetische Biokraftstoffe als strategisches Element in der Automobilindustrie [Download]
Synthetic Biofuels as a Strategic Element in the Automotive Industry
Dr. Heinz Hass,
EUCAR
Potenzial von BtL-Kraftstoffen im Verbrennungsmotor [Download]
Potential of BtL-Fuels in Combustion Engines
Dr. Hartmut Heinrich,
Volkswagen AG
Einsatzerfahrungen mit synthetischen Kraftstoffen [Download]
Experiences with the Use of Synthetic Fuels
Dr. Stefan Keppeler,
DaimlerChrysler AG
Anforderungen an synthetische Kraftstoffe aus Sicht eines Einspritzsystemherstellers [Download]
Requirements on Synthetic Fuels from the Viewpoint of an Injection System Manufacturer
Dr. Heinz Stutzenberger, Entwicklungsdirektor
Engineering Fuel, Robert Bosch GmbH

13. Oktober - October, 13th
SESSION 4
Rahmenbedingungen für BtL-Kraftstoffe

Circumstances for BtL-Fuels
Moderation/Chairman: Dr.-Ing. Andreas Schütte, FNR
Vom Acker in den Tank: Die BtL-Strategie der Bundesregierung
From the Field into the Tank: The BtL-Strategy of the German Government
Bundesminister Horst Seehofer,
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (angefragt)
Alternative Kraftstoffkonzepte in der Automobilindustrie [Download]
Alternative Fuel Concepts in the Automotive Industry
Dr. Hans-Otto Herrmann,
Bereich Forschung,
DaimlerChrysler AG
Biokraftstoffe der 2. Generation und ihre strategische Bedeutung [Download]
2nd Generation Biofuels and their Strategic Significance
Dr. Wolfgang Steiger,
Konzernforschung,
Volkswagen AG
Die EU Biokraftstoff-Plattform [Download]
The EU Technology Platform Biofuels
Jeroen Schuppers,
EU-Kommission,
DG Forschung
Die Rolle der Biomasse im Portfolio der regenerativen Energien [Download]
The Role of Biomass in the Portfolio of Regenerative Energy
Kurt Döhmel,
Country Chairman,
Deutsche Shell Holding GmbH
SESSION 5
Internationale Entwicklungen

International Developments
Moderation/Chairman: Herr Prof. Dr. Martin Kaltschmitt, Institut für Energetik und Umwelt
Sasol-Aktivitäten bei synthetischen Biokraftstoffen [Download]
Sasol Activities on Synthetic Biofuels
Brian Tait,
Sasol, 
Südafrika
BtL-Kraftstoffe: Strategien in Nordamerika
[Download]
BtL Fuels: Strategies in North America
Jim Boyd,
California Energy Commission,
USA
Synthetische Biokraftstoffe für die Mobilität in China/Asien [Download]
Synthetic Biofuels for Mobility in China/Asia
Prof. Dr. Klaus Noweck,
Direktor Technologie Management,
Lurgi AG










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