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Verfahren zur Gewinnung des Kraftstoffs:
 
Es gibt drei gängige Verfahren zur Erzeugung von Pflanzenöl:
Zunächst wird bei allen Verfahren die Ölsaat zur Qualitätssicherung von Fremdbesatz und Verunreinigungen mit Hilfe von Sieben gereinigt. Anschließend je nach Verfahren:

1. Kaltpressen

Die Ölsaat wird sehr schonend, d.h. bei Temperaturen unter 40°C gepresst, damit keine schleimbildenden Phosphorverbindungen entstehen, die den Filter verstopfen würden. Der Pressvorgang dauert Zeit, denn beim Pressen entsteht durch die auftretende Reibung Wärme. Da die Temperatur von 40°C nicht überschritten werden darf, muss sehr langsam gepresst werden. Das Öl muss danach mehrfach gefiltert werden (evtl. auch Absetzbecken zum Absetzen der Trübstoffe) und ist dann bereits fertig. Der zurückbleibende Presskuchen (ca. 2/3 des Samens), kann als hochwertiges Tierfutter verwendet werden.

2. Warmpressen

Die Ölsaat wird mechanisch gepresst. Ziel ist eine möglichst hohe Ölausbeute. Die beim Pressen auftretenden hohen Temperaturen werden nicht beachtet. Durch die hohen Temperaturen bilden sich Phosphorverbindungen, die sich negativ auf die Eigenschaften als Kraftstoff auswirken. Warm- oder heißgepresstes Pflanzenöl ist deshalb als Kraftstoff nicht geeignet.

3. Raffination

Diese meist zentrale Ölsaatenverarbeitung läuft zunächst ähnlich ab wie das Kaltpressen. Die Ölsaaten werden zunächst gereinigt und wenn nötig getrocknet, anschließend zerkleinert und mit Wasserdampf behandelt um die Zellen leichter aufbrechen zu können. Das Vorpressen liefert den Großteil des Öls, der Rest wird aus dem beim Pressen übrig bleibenden Presskuchen gewonnen. Dazu wird ein chemisches Extraktionsverfahren angewandt. Unter Einsatz von Hexan werden 98% des Öls extrahieren. Nach einem Filtervorgang muss das Hexan durch Destillation entfernt und recycled werden. Nebenbei werden auch unerwünschte Begleitstoffe wie Farb-, Bitterstoffe, Harze, Kohlenhydrate, Reste von Pflanzenschutzmitteln, Phosphatide und Metalle entfernt. Dazu ist der Einsatz von Phosphorsäure (Entschleimung) und Natronlauge (Entsäuerung) sowie fester Absorbtionsmittel wie Aluminiumsilikat oder Aktivkohle (Bleichung) erforderlich.
Die Raffination ist mit erheblichem Energieaufwand verbunden und wirkt sich negativ auf die Ökobilanz des Pflanzenöls aus. Dafür kann ein gewisser Qualitätsstandard gesichert werden.
[Quelle: Pflanzenöl als Kraftstoff, Barbara und Franz Eder, Ökobuch Verlag]
 










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